Luzerner Kantonsrat vertraut bei Spucktests dem Regierungsrat

Der Luzerner Kantonsrat greift trotz unbestrittenen Problemen nicht in das Spucktestregime an den Schulen ein. Er hat am Dienstag in Sursee LU ein dringliches Postulat mit 69 zu 42 Stimmen abgelehnt, das eine Reorganisation der Coronatests forderte.

Bei den Reihentests an den Luzerner Schulen gibt es Potential für Verbesserungen. Foto: KEYSTONE/GAETAN BALLY

Kantonsrat David Roth (SP) kritisierte in seinem Vorstoss, dass die Auswertung der Tests zu lange dauern und die Schulen vom Unterricht abhalten würden. Das Testresultat müsse innerhalb eines Tages vorliegen, und das Contact-Tracing müsse schneller funktionieren.

Coronatests gibt es im Kanton Luzern nur an der Oberstufe und nur auf freiwilliger Basis. Um Zeit zu sparen, werden jeweils mehrere Speicheltests zusammengeschüttet und gemeinsam im Pool ausgewertet. Ist ein solcher Pooltest positiv, müssen die betroffenen Schülerinnen und Schüler erneut einen Test abliefern, damit herausgefunden werden kann, wer von ihnen mit dem Coronavirus infiziert ist.

Dieses Testregime sei nicht praxistauglich, erklärte Roth. Das Nachtesten sei aufwendig und gehe zu Lasten des Schulunterrichts. Bis die zweiten Testresultate vorliegen würden, müssten jeweils mehrere Personen in Quarantäne gehen, obwohl sie gar nicht infiziert seien. Roth befürchtete, dass dies dazu führen könnte, dass sich in der Folge Schüler- und Lehrerschaft nicht mehr testen lassen.

Testkapazitäten am Anschlag
Tatsächlich war es bei der Auswertung der Tests zu Verzögerungen gekommen. Der Regierungsrat führte dies darauf zurück, dass die Zahl der positiven Pooltests stark zugenommen habe.

Die Laborkapazitäten seien ausgeschöpft, sagte Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos). Er äusserte sich deswegen auch gegen eine Ausweitung der Reihentests auf die Primarschule. Probleme gebe es bei der Logistik nach dem Testen, es würden Tests verloren gehen.

Der Regierungsrat sicherte in seiner Antwort auf das Postulat zu, Verbesserungen und Anpassungen vorzunehmen. Die drei grossen bürgerlichen Parteien und damit die Mehrheit des Kantonsrat lehnten auf Basis dieser Ankündigung den Vorstoss ab. sda

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