Trifft es Eschenbach und Hitzkirch?

Die Zahl der Polizei­posten im Kanton Luzern soll massiv reduziert werden. Gemäss Recherchen des Willisauer Boten droht in unserer Region den Posten Eschenbach und Hitzkirch die Schliessung. Definitiv ist aber noch nichts entschieden.

Geht es nach Regierungsrat Paul Winiker (SVP), soll die Polizei ihre Patrouillenleistungen erhöhen. Foto pd

Die Zahl der Polizeiposten im Kanton Luzern soll reduziert werden. Dafür sollen in Zukunft mehr Polizeipatrouillen unterwegs sein. So zumindest sieht es das überarbeitete Stationierungskonzept vor. Dieses ist Teil der übergeordneten Organisationsentwicklung (OE2030), die Regierungsrat Paul Winiker (SVP) in Auftrag gegeben hat. Polizeiangehörige wurden über die Reformpläne bereits vor Weihnachten informiert, hier und dort war hinter vorgehaltener Hand davon bereits vor Neujahr die Rede. Wen erstaunts, geht es doch um die Verlagerung von Arbeitsplätzen. Zudem gehören Polizeiposten in manchen Dörfern seit Jahrzehnten zum Dorfleben.

Winikers Ziel: Mehr Patrouillen
Über die Reformpläne berichtete am letzten Montag das Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF als erstes Medium. Die Meldung wurde vom Luzerner Justiz- und Sicherheitsdepartement bestätigt. Konkret angedacht ist, die Zahl der Polizeiposten «auf eine sinnvolle Anzahl» zu reduzieren, sodass die Posten für die Bevölkerung auch in Zukunft rasch erreichbar seien. 

Der Luzerner Sicherheitsdirektor Paul Winiker sagte gegenüber dem Regionaljournal: «Wir wollen mehr Patrouillenleistungen erbringen.» Patrouillen seien das Leistungselement, das im Notfall, bei Bedrohungen oder bei einem Unfall helfe. Und nicht ein angeschriebener Polizeiposten, der nur zeitweise besetzt sei. Angedacht ist laut Erwin Rast, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements, dass die frei werdenden stationären Kräfte in der jeweiligen Polizeiregion blieben, sie würden jedoch mobiler eingesetzt. Generell würden die personellen Ressourcen mittel- und langfristig «erheblich erhöht», wie Rast mitteilte. 

Dabei werde jede Polizeiregion von zusätzlichen Kräften profitieren können. Definitiv entschieden sei noch nichts, liess Sprecher Rast weiter verlauten. Er bestätigte aber, dass die Geschäftsleitung der Luzerner Polizei die Grundausrichtung des Stationierungskonzepts beschlossen habe. 

Doch die Mitarbeitenden der Luzerner Polizei kennen im Gegensatz zu den Gemeindebehörden bereits seit Weihnachten die Eckpunkte der angestrebten Zentralisierung. So wird grundsätzlich je ein Hauptposten pro Region angestrebt. Zusätzlich sollen nur noch geografisch wichtige Polizeiposten weiter bestehen bleiben. Die Postenschliessungen sollen in Teilschritten erfolgen. Es liegt ein sogenanntes Zielbild vor, das die künftige Verteilung der Polizeiposten aufzeigt. Dieses sei aber von den entsprechenden politischen Entscheiden abhängig, wie den Mitarbeitenden der Polizei mitgeteilt wurde. Auf der Luzerner Landschaft würde sich gemäss dem Zielbild die Zahl der Polizeiposten massiv verkleinern. Es sieht für die Region Willisau künftig noch die Polizeiposten Willis­au und Wolhusen vor. Für die Region Sursee sind die zwei Polizeiposten Sursee und Reiden aufgelistet. Demnach droht also im Wahlkreis Willisau den Polizeiposten Dagmersellen, Pfaffnau, Schötz und Zell das Aus, jene in Reiden und Willis­au hätten gute Zukunftsaussichten. In Willisau übrigens ist der Umzug des Postens in die geplante neue Überbauung «Wiitsicht» an der Bahnhofstrasse angedacht. 

Nur noch Hochdorf in dieser Region
Weiter sind gemäss Zielbild in der Region Entlebuch noch Polizeiposten in Schüpfheim und Sörenberg vorgesehen und für die Region Hochdorf noch jener in Hochdorf. Das heisst, die Posten Eschenbach und Hitzkirch – Standort der Interkantonalen Polizeischule – stehen zur Disposition. Über eine allfällige Posten­schliessung entscheide abschlies­send die Regierung, liess das Justiz- und Sicherheitsdepartement in den Medien verlauten. Da diese jedoch noch keinen Entscheid gefällt habe, konnten die Gemeinden auch noch nicht orientiert werden, so Sprecher Erwin Rast. Sie sollen in den Prozess «eng» eingebunden werden.

Mehrere Gemeinden, die von einer Postenschliessung betroffen sein könnten, reagieren überrascht bis verärgert auf die Informationspolitik zum Reformprojekt.

von Norbert Bossart/sda

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