SB-Gspröch Fabio Scherer

Gemeinsame Trägerschaft geplant

Die drei Gemeinden Ballwil, Eschenbach und Inwil streben eine gemeinsame Trägerschaft für das Betagtenzentrum Dösselen in Eschenbach an. Als neue Rechtsform steht eine gemeinnützige Aktiengesellschaft im Vordergrund. Ziel ist, dass die Bevölkerung in den drei Gemeinden im nächsten Frühjahr über die neue Rechtsform beziehungsweise eine Beteiligung abstimmen kann.

Das Betagtenzentrum Dösselen in der Gemeinde Eschenbach soll auch durch Ballwil und Inwil getragen werden. Foto Joe Kaeser/Archiv
 

Das Betagtenzentrum Dösselen ist ein gemeindeeigener Betrieb der Gemeinde Eschenbach. Seit 2022 wird der Gemeinderat in der strategischen Führung und Weiterentwicklung des Hauses von einem fünfköpfigen Strategiegremium unterstützt. Mit aktuell 62 Betten stellt das Betagtenzentrum einen massgeblichen Teil der Plätze in der Langzeitpflege in den drei Oberseetaler Gemeinden Ballwil, Eschenbach und Inwil zur Verfügung. In den vergangenen Jahren stammten durchschnittlich gut 40 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner aus Eschenbach und je rund 30 Prozent aus den beiden Nachbargemeinden.

Aufgrund der zu erwartenden demografischen Entwicklung werden mittelfristig in allen drei Gemeinden zusätzliche Pflegeplätze für betagte Menschen benötigt. Der Inwiler Gemeindepräsident Dominik Ulrich sagt: «Mit einer gemeinsamen Trägerschaft können sich Inwil und Ballwil ihren künftigen Mehrbedarf an Pflegebetten im Betagtenzentrum Dösselen sichern.» Derweil ist Eschenbach interessiert, die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden verbindlich zu regeln und die Finanzierung breiter abzustützen. Die Gemeinderäte der drei Gemeinden haben darum vereinbart, eine gemeinsame Trägerschaft für das Betagtenzentrum Dösselen anzustreben. Als neue Rechtsform favorisieren die Gemeinderäte eine gemeinnützige Aktiengesellschaft.

Dem Gemeinwohl verpflichtet
Die Eschenbacher Sozialvorsteherin Pia Rüttimann verweist auf einige Vorteile: «Eine gemeinnützige Aktiengesellschaft ist dem Gemeinwohl verpflichtet. Das bedeutet, dass allfällige Gewinne wieder in den Betrieb investiert werden. Die Aktien bleiben zu 100 Prozent im Eigentum der drei Trägergemeinden.» Eine solche Rechtsform könne ausserdem flexibel und mit kurzen Entscheidungswegen auf neue Situationen und Bedürfnisse im Pflegebereich reagieren.

In den kommenden Monaten sollen die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Eckwerte für eine gemeinsame Trägerschaft erarbeitet werden. Dafür wird eine Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus den drei Gemeinden eingesetzt. Der noch amtierende Ballwiler Gemeindepräsident Benno Büeler zeigt sich zuversichtlich: «Die Feuerwehr, die Sekundar- und Musikschule sowie das Bauamt führen wir bereits gemeinsam. Eine gemeinsame Trägerschaft für das Betagtenzentrum Eschenbach wäre für mich darum eine sinnvolle Weiterführung der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Eschenbach, Inwil und Ballwil.» Ziel ist, dass die Bevölkerung in den drei Gemeinden im Frühling 2025 über die neue Rechtsform beziehungsweise eine Beteiligung abstimmen kann.

Erneuerungs- und Anpassungsbedarf
Das Betagtenzentrum Dösselen liegt im Zentrum von Eschenbach und ist mittlerweile 30-jährig. Wie die Gemeinde Eschenbach bereits früher kommuniziert hat, ist der Erneuerungs- und Anpassungsbedarf gross. Die im Dezember 2023 vorgestellte Grobplanung sieht vor, dass im östlichen Teil des Hauses, der in Richtung Dorf liegt, die Langzeitpflege angeboten wird. Im westlichen Flügel in Richtung Rothenburg sollen Kleinwohnungen mit Dienstleistungen geschaffen werden. Im Erdgeschoss entstehen Mietflächen für Drittnutzungen. Vorgesehen sind Sanierungen und bauliche Anpassungen im ganzen Haus. Insbesondere soll der Ostflügel aufgestockt und auf der Nordseite teilweise erweitert werden. Das konkrete Projekt und der Finanzplan werden zurzeit erarbeitet. (gk)

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