Seetalerin unter den Gewinnerinnen
Mit einem kleinen Experiment eröffnete Prorektor Reto Eichenberger augenzwinkernd die Feier: Er fuhr mit dem Fahrrad auf die Bühne und stellte dem Publikum die Frage, ob sich das Velo nach vorne oder nach hinten bewegt, wenn man am Pedal nach hinten zieht – eine Frage, die intuitiv klar scheint, sich aber als überraschend komplex erweist. Die Auflösung zeigte: Intuition allein genügt oft nicht, erst genaues Hinschauen und Analysieren führen zu tragfähigen Erkenntnissen.
Diesen Gedanken griffen die Prorektoren Günther Hünerfauth und Samuel Schaffhauser auf und betonten, Wissenschaft beginne dort, wo Selbstverständlichkeiten hinterfragt werden und wir bereit sind, unsere Annahmen zu prüfen und zu überdenken. Die 41 nominierten Maturandinnen und Maturanden haben genau diesen Weg in ihren Arbeiten beschritten. Im Anschluss wandte sich Regierungsrat Dr. Armin Hartmann mit einem Grusswort an die Anwesenden und hob hervor, dass die Maturaarbeit eine elementare Grundlage für das spätere Arbeiten an Hochschulen bildet.
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Maturaarbeiten auf Universitätsniveau
Der Rektor der Universität Luzern, Prof. Dr. Martin Hartmann, hob in seiner Festrede die Bedeutung akademischen Arbeitens hervor. Beim Betrachten der Ausstellung der Maturaarbeiten habe er sich wiederholt gedacht: «Das hat Universitätsniveau!» Die Arbeiten zeigen, was wissenschaftliches Arbeiten auszeichnet: sorgfältige Recherche, methodisches Vorgehen, präzise Begriffsklärung sowie eine anschauliche und zugleich anspruchsvolle Darstellung der Ergebnisse. Akademisches Arbeiten bedeutet, genau hinzuschauen, Daten zu analysieren, Annahmen zu hinterfragen, Hypothesen zu prüfen und Zusammenhänge sichtbar zu machen. Im Zentrum stehen dabei Neugier, Geduld, Genauigkeit und Wahrhaftigkeit und letztlich die Auseinandersetzung mit Wissen und Wahrheit.
Musikalisch wurde der Anlass vom Bläserquartett «Brass Plus» feierlich begleitet. Amon Bolliger, Lukas Bühler, Lino Erni und Lionel Schnyder vom Gymnasium Plus Schüpfheim spielten eigens für Jazz arrangierte Stücke aus George Bizets Oper «Carmen».
Nationaler Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht»
Justin Frei, Ehemaliger der Kantonsschule Sursee, Matura 2023, erinnerte in seiner Ansprache an seine Erfahrungen im Umfeld von «Schweizer Jugend forscht», wo bei ihm einst «ein starkes Gefühl des Entdeckens» entstand. Er ermutigte die anwesenden Maturandinnen und Maturanden, die Chancen dieses besonderen Tages bewusst wahrzunehmen und ihn als Ausgangspunkt für ihren weiteren Weg zu nutzen. Für die Vorrunde des Nationalen Wettbewerbs 2027 von «Schweizer Jugend forscht» wurden neun Maturandinnen und Maturanden nominiert. Francis Kuhlen, Stiftungsrat, und Melanie Seiler, Geschäftsführerin, überreichte folgenden Schülerinnen und Schülern die Einladung:.
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Das 2012 von den Luzerner Gymnasien initiierte Projekt «Fokus Maturaarbeit» stösst in der Zentralschweiz auf grosse Resonanz. Bereits zum 15. Mal werden hervorragende Maturaarbeiten im Universitätsgebäude präsentiert. In Kooperation mit der Stiftung «Schweizer Jugend forscht», der Universität Luzern (Patronat), der Pädagogischen Hochschule Luzern sowie den Hochschulen für Technik & Architektur, Design, Film & Kunst und Musik bietet die Ausstellung einen schulübergreifenden Einblick in die hohe Qualität wissenschafts-propädeutischer Arbeiten von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Die ausgestellten Arbeiten sind noch bis zum 2. April 2026 im Uni-/PH-Gebäude Luzern zu bestaunen. (sk)
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