«Insbesondere der Solarkraft sind keine Grenzen gesetzt»
Die Solarbranche leidet an Preiszerfall, Unsicherheiten und Konkursen. Wie ein Phönix aus der Asche erhebt sich die BE Netz AG Luzern. Sie schreibt nicht nur schwarze Zahlen, sondern zahlt ihrem Personal sogar Gewinnanteile aus. Wie ist das möglich? – das fragten sich 180 Personen an der Veranstaltung der AWG in der Viscosistadt Emmen. Geschäftsleiter Marius Fischer gab die erste Antwort: «Durch die Leidenschaft, mit der unser Team die Energiezukunft prägt». Von Betriebsleiter René Künzli folgte die zweite Antwort: «Wir sind überzeugt, dass neue Anwendungen und gestalterische Ansätze zusätzliches Potenzial für die Solarenergie erschliessen.»
Rasante Entwicklung – und
noch mehr
Was heisst das im Einzelnen? Vor 32 Jahren kratzte die – exotische – Solarenergie im Promillebereich. Heute macht sie 17 Prozent der Stromproduktion aus. Entsprechend hat sich die BE Netz AG von einem kleinen Start-up zu einem Branchenprimus entwickelt und beschäftigt heute mit der BE Netz Holding AG rund 100 Mitarbeitende. Und so wird es weitergehen, Künzli: «Ergänzende Technologien, intelligente Smart-Energy-Systeme und Spei-cherlösungen ermögliche den Ausbau der Photovoltaik auf vielen Ebenen.»
Zur Innovation führe Fischer aus: «Neue Anwendungen und gestalterische Ansätze erschliessen für die Solarenergie zusätzliche Potenziale». So sei es zur Zusammenarbeit mit dem Departement Design + Kunst der Hochschule Luzern gekommen. Prof. Tina Moor und Florence Schöb zeigten am Beispiel des Baus 745 in der Viscosistadt, dass PV-Anlagen sogar schön sein können und sich in die Architektur eines Gebäudes einfügen. Wie gross das Potenzial auch für KMU oder Private ist, sogar bei denkmalgeschützten Gebäuden, bestätigte Thomas Hofstetter vom Hotel «Drei Könige» Luzern.
Atomenergie – wozu denn?
Optimistisch beurteilte die Perspektiven der Solarnergie Markus Bucher, Co-Präsident der Unternehmervereinigung «Neue Energie Luzern» NELU: «Dem weiteren Zubau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarkraft, sind keine Grenzen gesetzt.» Dieses Potenzial sei stärker und innovativer als Träumereien über eine Rückkehr ins überwunden geglaubte Zeitalter der Atomenergie.
Ferdinand Zehner neu im Vorstand
Präsident Josef Wyss, Neuenkirch, leitete die Generalversammlung der AWG (Verein Aktiv in Wirtschaft und Gesellschaft). Sie stimmte allen traktandierten Geschäften zu. Dazu gehörte auch die Ergänzungswahl von Ferdinand Zehnder, Luzern, in den Vorstand. Zehnder, bekannt als jahrzehntelanger Gastgeber zweier Gastrobetriebe in Luzern, ist Kantonsrat und Präsident des Tourismus Forums Luzern. Wyss bekräftige den Willen, dass sich die AWG weiterhin als Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik zur Verfügung stellt, die Sicht der Wirtschaft bei aktuellen Themen vertritt und die Serie der sehr gut besuchten Veranstaltungen weiterführt. bi
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