Kantone ordnen Schweineschlachtungen an
Die Tiere in den Zuchtbetrieben sollen, soweit möglich, geschlachtet werden, wie der Luzerner Veterinärdienst am Montag mitteilte. Er übernimmt die Kommunikation, weil der Kanton am stärksten betroffen ist, wie das Regionaljournal Zentralschweiz in seiner Mittagsausgabe berichtete. Im Kanton Luzern wurde der Erreger bislang in elf Zuchtbetrieben nachgewiesen. Im ganzen Kanton gibt es ungefähr 400'000 Schweine.
Tiere, bei denen dies nicht möglich ist, werden «tierschutzkonform getötet». Eine «teilweise Sanierung» reiche nicht aus, um den Erreger sicher aus den betroffenen Beständen zu entfernen, teilten die Veterinärbehörden mit.
Die «Räumung» der Betriebe soll innerhalb von zwei Wochen bis voraussichtlich am 2. Oktober abgeschlossen sein. Anschliessend werden die Ställe gereinigt und desinfiziert.
Schlachtungen «unumgänglich»
Für die 40 betroffenen Mastbetriebe gelten bis auf Weiteres «Tierverkehrssperrungen». Damit soll verhindert werden, dass der Erreger in weitere Betriebe gelangt. Es werden keine Tiere mehr zwischen den Betrieben ausgetauscht. Die Abklärungen zu möglichen weiteren betroffenen Betrieben laufen, hiess es weiter.
Die Massnahmen wurden von den zuständigen Veterinärbehörden gemeinsam mit dem Bund und den Vertretenden der Schweinebranche beschlossen. Für die betroffenen Tierhaltenden bedeutet die Räumung gemäss Mitteilung den Verlust des gesamten Schweinebestands. Das sei "einschneidend». Die Behörden halten sie wegen des Risikos einer weiteren Ausbreitung jedoch für «unumgänglich».
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass in einem Verbund von Schweinezucht- und Mastbetrieben 60 Betriebe wegen der Lungenkrankheit unter Quarantäne gestellt worden waren. Die Enzootische Pneumonie ist laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine langwierige Erkrankung, die sich fast im ganzen Bestand ausbreitet. Besonders betroffen sind Mast- und Absetzferkel.
Die Schweiz galt nach einer Sanierung zwischen 1996 und 2004 als weitgehend frei von der Tierseuche. Für Menschen ist die Enzootische Pneumonie ungefährlich. sda
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