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Seetal

Abwasser reinigen und Gewässer schützen

In vier Gemeinden des Oberseetals wird Ende September über den Zusatzkredit von insgesamt 5,35 Millionen Franken für den Anschluss an die Abwasserreinigungsanlage REAL in Emmen abgestimmt. Für den Anschluss selbst haben sich die Gemeinden Ballwil, Eschenbach, Inwil und Rain bereits fünf Jahre zuvor ausgesprochen.

Gegenwärtig reinigt der Gemeindeverband ARA Oberseetal das Abwasser der vier Verbandsgemeinden Ballwil, Eschenbach, Inwil und Rain. Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Inwil ist seit 1987 in Betrieb und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ein Anschluss an die grössere und modernere ARA Buholz des Gemeindeverbands REAL in Emmen soll sicherstellen, dass die Abwasser von Mikroverunreinigungen und hohen Stickstoffmengen gereinigt werden. Damit soll auch ein Beitrag an den Gewässerschutz geleistet werden.

Das vor fünf Jahren genehmigte, aber noch nicht realisierte Projekt umfasst den Bau einer 4,1 Kilometer langen Druckleitung von der Abwasserreinigungsanlage Oberseetal zur ARA Buholz, ein Pumpwerk in Inwil und die Stilllegung der bestehenden Anlage Oberseetal.

Leitungsführung optimiert
Die Leitungsführung wurde so gewählt und optimiert, dass aufwendige Bauarbeiten – insbesondere im Bereich des Grundwassers – weitgehend vermieden werden können. Im Ortsteil Waldibrücke wird die neue Leitung mit der bestehenden Infrastruktur der Gemeinde Emmen verknüpft.

Überprüfung bestätigt gewählte Lösung
2023 wurde der Baustart verschoben, weil die Angebote für die Baumeisterarbeiten den bewilligten Kredit überstiegen. Hauptgründe dafür sind insbesondere schwierige Baugrundverhältnisse, aufwendigere Bauverfahren, zusätzliche Anforderungen und die Teuerung.

Der Gemeindeverband ARA Oberseetal liess das Projekt daraufhin extern überprüfen und optimieren. Die Mehrkosten konnten zwar reduziert, aber nicht vollständig aufgefangen werden. Zugleich bestätigte eine aktualisierte Variantenstudie, dass ein Ausbau und ein Weiterbetrieb der ARA Oberseetal deutlich höhere Investitions- und Betriebskosten verursachen würde. «Die aktualisierten Grundlagen zeigen, dass der Anschluss an die ARA Buholz trotz der Mehrkosten die nachhaltigste sowie wirtschaftlich und betrieblich sinnvollste Lösung für das Oberseetal bleibt», sagt Oskar Berli, Präsident der ARA Oberseetal.

Zusatzkredite von insgesamt rund 5,35 Millionen Franken
Für das optimierte Projekt wird mit Baukosten von rund 15,4 Millionen Franken (ohne Mehrwertsteuer) gerechnet; 2021 waren es rund 10,69 Millionen Franken. Gemäss Kostenteiler übernimmt der Gemeindeverband ARA Oberseetal rund 14,37 Millionen Franken, die Gemeinde Emmen rund 1,03 Millionen Franken.

Hinzu kommen Rückstellungen für Verbandskanalisationen und Sonderbauwerke. Sie werden an REAL übertragen, da der Gemeindeverband künftig für deren Unterhalt und Sanierung zuständig ist. Daraus ergeben sich für die vier Verbandsgemeinden Zusatzkredite von insgesamt rund 5,35 Millionen Franken (inklusive Mehrwertsteuer). Der Betrag teilt sich wie folgt auf:
 

  • Ballwil: 1,16 Mio. Fr.

  • Eschenbach: 1,74 Mio. Fr.

  • Inwil: 1,09 Mio. Fr.

  • Rain: 1,36 Mio. Fr.

Finanziert werden die Beiträge über die gebührenfinanzierte Spezialfinanzierung der Abwasserbeseitigung und damit nicht aus allgemeinen Steuermitteln.

Entscheide im September
In Ballwil, Eschenbach und Inwil findet die Urnenabstimmung am 27. September statt. Rain entscheidet am 22. September im Rahmen einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Stimmen alle vier Verbandsgemeinden zu, können die Vorbereitungsarbeiten für den Leitungsbau im November beginnen. Die Baubewilligung hierfür ist bereits vorhanden.

Der Baubeginn für das Pumpwerk auf der heutigen ARA Oberseetal ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Auch hierfür liegt bereits eine Baubewilligung vor. Der Abschluss des Gesamtprojekts soll im September 2028 erfolgen. Bei einer Ablehnung müssten alternative Umsetzungsmöglichkeiten und deren Kosten geprüft werden. Das Projekt würde sich entsprechend verzögern. (pd/gk/SB)


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