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Kommentar

Die Zeichen erkennen

André Widmer

Extremwetterereignisse nehmen in unseren Breitengraden zu. Man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass dies mit dem Klimawandel zu tun hat. Die jetzige Trocken- und Hitzepriodeperiode ist beeindruckend und auch potenziell ein Stück weit gefährlich sowie belastend. Für Menschen mit angeschlagener Gesundheit, für Tiere und nicht zuletzt auch die Pflanzenwelt. Laut Meteo Schweiz dürfte der Sommer 2026 zu den heissesten seit Messbeginn zählen.

 

Wenn aus Expertensicht aufgrund von Klimaprojektionen davon auszugehen ist, dass solche Ereignisse häufiger und ausgeprägter sein werden, dann gilt es, die Zeichen zu erkennen und zu handeln. Und zwar sich nicht nur weniger klima­schädlich zu verhalten, sondern sich auch den «neuen» Verhältnissen anzupassen, zu wappnen, wo möglich, wo sinnvoll. In der Art, wie wir bauen (lassen), wie wir anpflanzen oder auch Ressourcen nutzen. Nicht nur die einzelne Bürgerin oder der einzelne Bürger, sondern auch der Staat sind gefordert. Weniger Giessen bei gemeindeeigenen Anlagen zum Beispiel. Ein völlig fragwürdiges Signal vermittelt derzeit jedoch der Bund: Gemäss einem Bericht der «NZZ am Sonntag» sollen die Massnahmen für einen klimatauglichen Wald zwar verlängert, das Budget dafür aber gekürzt werden. Der für das Thema zuständige Bundesrat Albert Rösti begründet dies nun mit der Schuldenbremse. Das ist sehr kurzsichtig gedacht und eine schwache Aussage des SVP-Politikers. Vielleicht lässt sich der Bundesrat mal von einem Förster in den Wald einladen und erklären, wie die Bäume auf den Klimawandel reagieren und welche Arten – zum Beispiel die Douglasie – besser mit den Umständen zurechtkommen können. Die Natur ist wichtiger als das Budget. 


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