Klima- und Energiestrategie aktualisiert
Der vom Regierungsrat am 16. Juni verabschiedete Bericht berücksichtigt die Ergebnisse des im Frühjahr durchgeführten Vernehmlassungsverfahrens mit grosser Beteiligung. Im November wird der Kantonsrat über den Planungsbericht beraten.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind im Kanton Luzern immer deutlicher spürbar, wie etwa durch öfters auftretende Hitzewellen oder starke Regenfälle. Die globale Temperaturerhöhung hat im Jahresverlauf bereits 1,5 °C überschritten, was für die Schweiz fast 3 °C Erwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit bedeutet. Die Herausforderungen in der Klima- und Energiepolitik zum Erreichen des Netto-null-Ziels sind gross, die Umsetzungsmöglichkeiten aber ebenso.
Auf Basis des Planungsberichts Klima und Energie 2021 setzte der Kanton Luzern bei Klimaschutz und -anpassung Massnahmen um, welche bereits Wirkung zeigen. In den Sektoren Gebäude und Industrie befindet sich der Kanton Luzern dank dieser Massnahmen und dem Engagement von Bevölkerung und Industrie beim Klimaschutz auf Kurs. Mit ersten Gesetzesrevisionen wurde der Ausbau der Erneuerbaren Energie beschleunigt und die Versorgungssicherheit gestärkt. «Die aktuelle Weltlage führt uns vor Augen, wie wichtig es ist, die Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland zu mindern. Wenn wir unsere einheimischen erneuerbaren Energien verstärkt nutzen, erreichen wir das und handeln auch noch umweltbewusst», stellt Regierungsrat Fabian Peter, Vorsteher Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, klar.
Klimaschutz und Klimaanpassung werden gezielt verstärkt
Der Bericht zeigt auf, wie der Kanton Luzern in den kommenden Jahren den Klimaschutz mit Ziel «Netto null Treibhausgasemissionen bis 2050» weiter vorantreibt, wie die Energieversorgung weiterentwickelt wird und wie die Massnahmen zur Anpassung verstärkt werden. Die Klima- und Energiepolitik orientiert sich unverändert an den wesentlichsten Zielen, die bereits mit dem Planungsbericht 2021 definiert wurden, wobei das Netto-null-Ziel bis 2050 im Zentrum steht. Es zeichnet sich ab, dass der Kanton Luzern in wichtigen Sektoren die Klimaziele ohne verstärkte Massnahmen verfehlen wird. Namentlich stagnieren die Treibhausgasemissionen in den Sektoren Verkehr und Landwirtschaft. Daher wurden insbesondere in diesen Sektoren verstärkte Massnahmen und Lösungsansätze vorgeschlagen. Vor dem Hintergrund der rasch zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels wurden auch die Massnahmen zur Klimaanpassung verstärkt. Auch in allen anderen Sektoren wurde der Massnahmenkatalog überarbeitet und wichtige Zukunftsthemen in den Planungsbericht integriert (z. B. Kreislaufwirtschaft und Umgang mit negativen Emissionen). Bei der Energieversorgung wurden Ziele und Massnahmen zum Ausbau der erneuerbaren Energien, zur Versorgungssicherheit und für mehr Energieeffizienz definiert.
Der Planungsbericht wird voraussichtlich in der November-Session durch den Kantonsrat beraten. Die Massnahmen des Planungsberichts werden nach der politischen Diskussion mit der Massnahmen- und Umsetzungsplanung, welche der Regierungsrat voraussichtlich Ende 2027 verabschieden wird, weiter konkretisiert. Massnahmen, die zusätzliche finanzielle oder personelle Ressourcen erfordern, können nur bzw. erst umgesetzt werden, wenn in den zuständigen Dienststellen entsprechende Mittel zur Verfügung stehen. Über die Mittel wird jährlich im Rahmen der Aufgaben- und Finanzplanung entschieden.
Klima- und Energiepolitik ist Teamwork
Der Planungsbericht wurde unter Einbezug von rund 80 Expertinnen und Experten der kantonalen Verwaltung sowie Professorinnen und Professoren der HSLU erarbeitet. Begleitet wurde die Erarbeitung durch den Beirat Klima und Energie, welcher den Kanton berät. Das Netto-null-Ziel bis 2050 wird von allen Departementen gemeinsam verfolgt und wird im Rahmen von verschiedenen Strategien mitgedacht und berücksichtigt. Eine erfolgreiche Klima- und Energiepolitik entsteht jedoch erst durch Teamwork über die Verwaltung hinaus. Fabian Peter: «Die Erfolge der Klima- und Energiepolitik entstanden im Zusammenspiel von Politik mit der konkreten Umsetzung von Klimaschutz durch Luzernerinnen und Luzerner, durch unsere Unternehmen und die Luzerner Gemeinden. Für dieses Engagement danke ich allen Beteiligten». (sk)
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