Ronja Hofstetter ist Seetaler Sportlerin des Jahres
Ronja Hofstetter ist der aufsteigende Stern am Schweizer Sporthimmel – dies hat die 22-jährige Läuferin aus Ottenhusen im Jahr 2025 eindrücklich unter Beweis gestellt. Am renommierten Zürich Marathon wurde sie sensationelle Zweite und verbesserte gleichzeitig den zuvor 30 Jahre geltenden Schweizer Rekord in der Kategorie U23. Ausserdem gewann sie den Halbmarathon an ihrem «Heimrennen», dem Swiss City Marathon Lucerne, und stellte dort eine persönliche Bestleistung auf. Ausserdem nahm sie an der Cross-EM teil und sammelte dort wertvolle Erfahrungen auf internationaler Ebene. Ronja Hofstetter zeigte sich sehr gerührt über die Auszeichnung zur Seetaler Sportlerin des Jahres. «Das ist eine grosse Ehre für mich. Ich freue mich sehr, dass meine Leistungen so gewürdigt werden, das ist nicht selbstverständlich.»
«Enorme Selbstdisziplin»
Auch Ronja Hofstetters persönlicher Trainer, der Schaffhauser Langstreckencoach Raffael Brandenberger, zeigte sich erfreut über das Resultat. «Das ist natürlich eine schöne Geschichte.» Er betreut die junge Ottenhuserin seit letztem Frühling. «Ronja verfügt über einen starken Willen und einen mentalen Fokus, dadurch war sie auch in der Lage, so gute Leistungen zu bringen. Sie gibt niemals auf. Wenn man an der Spitze mitlaufen will, muss man sich quälen und die eigenen körperlichen Grenzen verschieben können, das gelingt ihr sehr gut», so die Analyse von Brandenberger. Man müsse ihren Trainingseifer manchmal fast ein wenig bremsen, ergänzt er schmunzelnd. Brandenberger tauscht sich täglich mit Ronja Hofstetter aus, um Trainings zu besprechen oder bei Fragen mit
Rat und Tat zur Seite zu stehen. «Beim Langstreckenlauftraining trainiert man meist alleine, dadurch braucht es auch eine enorme Selbstdisziplin. Die bringt Ronja mit.» Auch die Unterstützung ihres Vaters sei wertvoll während Tempoeinheiten oder Wettkämpfen an den Wochenenden, ergänzt Hofstetter. Brandenberger hat auch noch andere Laufsporttalente unter seinen Fittichen – etwa die mehrfache Schweizer Meisterin Fabienne Vonlanthen und die aufstrebende Läuferin Anina Hirzel. Auch mit Ronja Hofstetter will er noch lange zusammenarbeiten. «Sie will immer das Maximum und geht bei jedem Wetter laufen, das imponiert mir.»
Fernziel Olympia
Im Herbst 2024 zündete Ronja Hofstetter ihre Laufkarriere ähnlich explosiv wie eine Rakete. Wie aus dem Nichts gewann sie bei ihrem allerersten Marathon ihres Lebens gleich den Swiss City Marathon Lucerne. «Das gab mir das Gefühl, dass ich im Marathon mehr erreichen kann, als ich mir je zugetraut oder erträumt habe und dass ich im Laufsport meine wahre Leidenschaft gefunden habe», sagt sie dazu. Doch um langfristig im Langstreckenlauf erfolgreich zu sein, müsse man sich langsam aufbauen und darauf einstellen, gerade im jungen Alter. «Man darf da nichts forcieren, der Körper braucht seine Zeit», sagt auch ihr Trainer Brandenberger. Daher wird Ronja Hofstetter dieses Jahr an keinem Marathon mehr teilnehmen und stattdessen auf die Distanzen 10 Kilometer und Halbmarathon setzen; beispielsweise wird sie an den Schweizer Meisterschaften teilnehmen. Doch sie hat ein ambitioniertes Fernziel: die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028, dort dann voraussichtlich über die Marathon-Distanz. Raffael Brandenberger sagt dazu: «Der Schweizer Verband traut ihr das zu, ich ebenfalls und Ronja selber glaubt auch daran, dass sie das schaffen kann. Die Voraussetzung ist natürlich, dass sie sich nicht verletzt und weiter an sich arbeitet.» Jonas Baud
Ronja Hofstetter vor Luca Sigrist
Während bei der Premiere der Wahl zum Seetaler Sportler des Jahres noch ein Stichentscheid den Ausschlag gab, war es dieses Mal etwas klarer. Beim Sieg des Schwingers Jonas Troxler im Vorjahr gab bei Gleichstand der Rangpunktezahl mit Luca Sigrist (Handball) schliesslich der Gewinn der meisten Leserstimmen den Ausschlag. Dieses Mal kam Ronja Hofstetter bei Leserschaft und Jury je auf Rang 2, Luca Sigrist zu den Plätzen 5 und 1, Joel Jung zu den Rängen 1 und 7. Somit war der Entscheid beim Total der Rangpunkte von Leserschaft und Jury bereits gefallen. Was auffällt im Vergleich zum Vorjahr: Trotz dem Eidgenössischen Schwing- und Älperfest (ESAF) schaffte es dieses Mal kein Schwinger aufs «virtuelle» Gesamtpodest. Bei der Leserschaft waren aber Luc Bissig und Marco Thierstein hoch in der Gunst. Die Jury entschied sich klar für den Handballer Luca Sigrist, der letztes Jahr einige Erfolge vorweisen konnte. Wanderpokal und Pokal werden der Siegerin anlässlich eines Essens übergeben. Mit total 210 Leserstimmen stieg die Anzahl der eingesandten oder eingeworfenen Talons um rund 25 Prozent. aw
Newsletter
Melden Sie sich hier kostenlos für unseren Newsletter an und erhalten Sie die neusten Nachrichten aus der Region Willisau, dem Wiggertal, dem Kanton Luzern und Sport regelmässig am Morgen in Ihr E-Mail-Postfach.
Anmelden
Kommentieren & mitreden
Sie wollen diesen Artikel kommentieren? Kommentieren Sie sachlich, respektvoll. Wir freuen uns.
Hier registrieren und vollen Zugang erhaltenSie haben bereits ein Konto ?
Zur Anmeldung