Tractor Cowboys zurück in der Schweiz
In Adrian (US-Bundesstaat Texas) überquerte der Convoy den «Midpoint» der Route 66. «Währenddessen zog ein gewaltiges Unwetter über Arizona, New Mexico und Texas hinweg. Das Wetter sollte uns auf unserem weiteren Weg noch einiges abverlangen», schildert der Retschwiler Gastfahrer Beat Süess seine Eindrücke: «Unser Weg führte anschliessend Richtung Flagstaff, durch das Land der Apachen. Die Bedingungen wurden immer schwieriger. Da wir mit unseren Traktoren nicht auf die Interstate durften, mussten wir auf teilweise völlig verschlammte Feldwege ausweichen. Tiefe Wasserlöcher und aufgeweichte Wege machten die Fahrt zu einer echten Herausforderung Immer wieder mussten Traktoren und Pick-ups geborgen werden. Diese Bergungsaktionen kosteten uns viel Zeit. Trotzdem konnte der Tageszielort Holbrook erreicht werden.» Die Reise führte in die Berge von Arizona, bis auf rund 2300 Meter über Meer. Dort erwarteten kalte Nächte die Reisegruppe. Über weitere schwierige Strassen erreichten sie schliesslich das Städtchen Seligman.
Auch hier verloren die Reisenden viel Zeit, da sie alternative Routen suchen und teils bis spät in die Nacht fahren mussten. Zur Freude aller stiess hier endlich der fünfte Traktor zur Gruppe.
Reifenschaden in der Wüste
Während einige Teammitglieder Las Vegas und den Grand Canyon besuchten, setzte der Rest die Reise fort über den Sitgreaves Pass ins Westernstädtchen Oatman (Arizona), bevor es durch die Wüste weiterging in Richtung Kalifornien. Nicht ohne Probleme, wie Beat Süess erzählt: «Ein Reifenschaden bei über 40° Temperatur sorgte für den nächsten unfreiwilligen Zwischenstopp und kostete uns einen ganzen Reisetag. Begleitet von diversen Pneuschäden, verursacht durch herumliegenden Abfall am Strassenrand, durchquerten wir das Mohave Valley. Als wäre das nicht genug, kamen ein Radlagerschaden, ein Defekt an einer Einspritzpumpe, sowie eine undichte Hydraulikleitung hinzu. Trotz all dieser technischen Herausforderungen ging die Reise weiter.» Nach der Mojave-Wüste führte die Route durch das Lucerne Valley bis nach San Bernardino. Wegen der enormen Verkehrsdichte und den geltenden Vorschriften mussten die Traktoren vor dem Stadtzentrum Los Angeles parkiert werden: «Mit dem Case auf dem Anhänger fuhren wir nach Santa Monica, zum offiziellen Zielpunkt der legendären Route 66.» Die Traktoren treten demnächst ihre Reise in die Schweiz an, ihre Fahrer sind bereits angekommen.
«Hinter mir liegt ein riesiges Abenteuer, das ich sicher nie vergessen werde», resümiert Beat Süess. Er sei sehr froh, dass er diese Reise gewagt habe und schliesst: «Ich habe etwas erlebt, was ich Grosskindern und Urgrosskindern erzählen kann. Und ich habe Freunde fürs Leben gefunden.» pd/SB
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