Bereit für den Ernstfall
Durch die Übung führte Offizier Adrian Fischer, der die Ereignisse fortlaufend kommentierte und erläuterte. Das für die Hauptübung vorbereitete Szenario stellte die Einsatzkräfte vor eine anspruchsvolle Herausforderung: Im Eingangsbereich an der Cornelistrasse verunfallte ein Personenwagen aus noch ungeklärten Gründen. Das beschädigte Fahrzeug fing Feuer, wodurch sich dichter Rauch entwickelte, der in das Gebäude eindrang. Zusätzlich wurde die Lage durch mehrere erschwerende Faktoren geprägt.
Das Kader der Feuerwehr war bereits am Morgen durch den Kommandanten informiert worden, dass aufgrund von Revisionsarbeiten die Wasserversorgung der Niederzone nicht zur Verfügung stand. Gleichzeitig zeigte das Szenario auf, dass auch die Brandmeldeanlage des Altersheims wegen Wartungsarbeiten ausser Betrieb war. Die zuerst eintreffende Einsatzleitung erkannte die Risiken und das mögliche Ausmass der Situation umgehend. Die Rettung der betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner wurde deshalb sofort zur obersten Priorität erklärt. Parallel dazu wurde das brennende Fahrzeug gelöscht und aus dem Gefahrenbereich entfernt, damit zusätzliche Fluchtwege freigehalten werden konnten.
Unterstützung aus Hochdorf
Bereits kurze Zeit später erhielt die Feuerwehr Hitzkirch plus Unterstützung durch den Hubretter der Stützpunktfeuerwehr Hochdorf, der bei Ereignissen dieser Grössenordnung automatisch alarmiert wird. Innert weniger Minuten wurde klar, dass mehr als 20 Personen gerettet werden mussten. Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass sich unter den betroffenen Personen zahlreiche Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie gehunfähige Personen befanden.
Angesichts dieser Lage erkannte die Einsatzleitung rasch, dass die vorhandenen Kräfte allein nicht ausreichen würden. Deshalb wurden umgehend zusätzliche Einsatzmittel angefordert. Die Regiowehr Aesch sowie die Samaritervereine Hitzkirch und Hochdorf wurden zur Unterstützung aufgeboten, um die Betreuung der geretteten Personen sicherzustellen. Parallel zu den Rettungsarbeiten kam auch der im letzten Jahr beschaffte Schlauchverleger zum Einsatz. Mit diesem wurde vom Ortsteil Gelfingen ein Wasserzubringer aufgebaut, um die Wasserversorgung für den Einsatz sicherzustellen.
Übungsbesprechung live
mit erlebt
Nach gut einer Stunde wurde die Hauptübung durch den Übungsleiter beendet. Anschliessend erfolgte das Aufräumen und Retablieren des eingesetzten Materials. Das anwesende Publikum erhielt danach die Gelegenheit, die Übungsbesprechung live mitzuerleben. Dabei wurden die gesetzten Ziele erläutert sowie Beobachtungen und Erkenntnisse aus dem Einsatz vorgestellt. Die Auswertung zeigte ein erfreuliches Ergebnis: Sämtliche Übungsziele konnten erreicht werden. Die Rettung der betroffenen Personen wurde konsequent priorisiert und die notwendigen Ressourcen wurden zielgerichtet eingesetzt. Zudem bestätigte sich, dass die Ausbildungs- und Übungstätigkeiten des vergangenen Jahres Wirkung zeigen. Insbesondere Rettungen von Personen im Rollstuhl oder von gehunfähigen Personen wurden in den vergangenen Übungen gezielt trainiert. Dieses Wissen konnte während der Hauptübung wirkungsvoll angewendet werden.
Das Szenario verdeutlichte ausserdem die grosse Bedeutung der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Die Unterstützung durch die Regiowehr Aesch, die Samaritervereine sowie die Geschäftsleitung des Altersheims Chrüzmatt erwies sich als wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Bewältigung des Ereignisses. Aus diesem Grund wird die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen im Übungswesen bewusst integriert und regelmässig überprüft.
Vor dem Apéro richtete Raymond Neumann, Geschäftsführer des Altersheims, seinen Dank an die Feuerwehren, das Personal und die Bewohnenden. Er betonte den Nutzen solcher Übungen für das Altersheim: «Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen direkt in das Sicherheits- und Betriebskonzept ein und tragen dazu bei, dass im Ernstfall alle Beteiligten bestmöglich vorbereitet sind.» Obschon die Feuerwehr gut vorbereitet ist, hofft man, dass das Szenario nie eintritt. Daniel Höfliger
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