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Gesellschaft

Ein «fliegendes Juwel» ist Vogel des Jahres

Der Eisvogel ist der Vogel des Jahres 2026. Wer das farbenprächtige «fliegende Juwel» in seinem natürlichen Lebensraum erleben möchte, hat jetzt die beste Gelegenheit dazu: In den BirdLife-Naturzentren La Sauge (VD) und Klingnauer Stausee (AG) brüten derzeit Eisvögel.

Die Wahl zum Vogel des Jahres 2026 lenkt den Blick auf einen Lebensraum, der in der Schweiz selten geworden ist: Der Eisvogel ist auf saubere, fischreiche Gewässer mit naturnahen Ufern angewiesen. Dort findet er Nahrung, geeignete Sitzwarten für die Jagd und steile Ufer, in denen er seine Bruthöhlen anlegt. Doch weil fast alle Flüsse und Bäche verbaut wurden, fehlen solche Lebensräume heute vielerorts: Nur 400 bis 600 Paare des Eisvogels werden schweizweit noch gezählt und die Art steht auf der Roten Liste.

Ein guter Moment, die Eisvögel zu beobachten
Um den Eisvogel zu fördern, hat BirdLife Schweiz daher ein Artenförderprojekt gestartet. In dessen Rahmen schuf der Verband in den Aussenbereichen der BirdLife-Naturzentren La Sauge (VD) und Klingnauer Stausee (AG) künstliche Brutwände. Diese werden von den Eisvögeln seit Beginn erfolgreich genutzt. Dank Beobachtungshütten können die Besuchenden der Naturzentren live dabei sein, wenn die fliegenden Juwelen balzen, ihre Jungen füttern oder kleine Fische fangen. Jetzt ist ein besonders guter Moment, die BirdLife-Naturzentren zu besuchen und auf die Pirsch zu gehen. Ein einmaliges Erlebnis, das jedes Jahr mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher begeistert.

Die Brutsaison dauert im Idealfall noch bis in den September. Eisvögel ziehen in günstigen Jahren bis zu drei Bruten auf. Das Ausbrüten der Eier dauert 19 bis 21 Tage, danach werden die Jungvögel in der Brutkammer bis zu 28 Tage gefüttert. Erst wenn sie flügge sind, kommen die Jungvögel aus der Brutröhre. Sie halten sich in der Regel aber nur kurz im Revier der Eltern auf und suchen sich sehr schnell ein eigenes Revier. Am einfachsten zu erkennen sind sie übrigens an ihren Füssen: Diese sind dunkel gefärbt, während adulte Eisvögel zur Brutzeit leuchtend orange Füsse haben.

Wer mehr über den Vogel des Jahres erfahren möchte, kann in den BirdLife-Naturzentren öffentliche Führungen, Gruppenangebote und Workshops für Schulklassen besuchen. Dabei erfahren die Teilnehmenden Spannendes über die Lebensweise des Eisvogels und die Bedeutung naturnaher Gewässer – und mit etwas Glück lässt sich das «fliegende Juwel» live beobachten.

Engagement für die Lebensräume des Eisvogels
BirdLife Schweiz setzt sich aber nicht nur mit dem Artenförderprojekt für den Vogel des Jahres ein. Der Verband engagiert sich lokal, kantonal und national für die Renaturierung begradigter Gewässer, damit wieder strukturreiche Ufer, Flachwasserzonen und geeignete Lebensräume für Fische entstehen. Wo natürliche Steilufer fehlen, unterstützt die Organisation zudem die Schaffung oder Freilegung von Brutwänden, in denen der Eisvogel seine Brutröhren anlegen kann.

Neben diesen konkreten Schutzmassnahmen vor Ort setzt sich BirdLife auch auf politischer Ebene für den Erhalt und die Revitalisierung von Gewässern ein. Die Organisation begleitet Renaturierungsprojekte fachlich und fordert eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Gewässerschutz.

Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung der Bevölkerung: Mit Kampagnen wie der Wahl des Eisvogels zum «Vogel des Jahres 2026» macht BirdLife auf die Bedeutung intakter Fluss- und Bachlandschaften aufmerksam und zeigt, dass der Schutz des Eisvogels gleichzeitig zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten zugutekommt. (pd)


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