Ein Grossanlass auf dem Wirtlenhof
Jonas Baud
Entstanden sei die Idee zu diesem Anlass an einem Gespräch am Familientisch im Herbst vergangenen Jahres, berichtet die OK-Präsidentin und Landwirtin Jeannette Burri. «Meine elfjährige Tochter Nicole, die ja selber erfolgreich schwingt, sagte, sie muss oft weit reisen an die Wettkämpfe. Da kam meinem ältesten Sohn Alex der Geistesblitz, man könne ja auf dem Areal unseres Bauernhofs ein Frauenschwingfest veranstalten. Ich war sofort begeistert davon», erzählt die vierfache Schwingerkönigin, die zusammen mit ihrem Mann Kilian den landwirtschaftlichen Betrieb Wirtlenhof am Ortsausgang von Hochdorf führt. Doch natürlich braucht es immer einen grossen Einsatz und viel Herzblut, damit eine solch schöne Idee auch tatsächlich umgesetzt wird. «Ich musste erst Abklärungen treffen, ob das möglich ist und ob Bedarf besteht. Die Resonanz war sehr positiv, auch vom Verband», sagt Jeannette Burri. Da es noch ein paar Lücken in der Jahresagenda vom Eidgenössischen Frauenschwingverband gab, sei der Wunsch geäussert worden, das Schwingfest auf der Wirtlen bereits 2026 durchzuführen. «Es musste aber auch für uns zeitlich Sinn machen, und da war die Zeit zwischen der Kirschen- und Bohnenernte am besten geeignet», so Burri. So wurde als Austragungstermin der 15. August festgelegt.
Grosse Solidarität
Die umtriebige Landwirtin machte sich sofort ans Werk und trommelte ein OK zusammen, das sich um die Organisation und Vorbereitung des Anlasses kümmern würde. Grosse Solidarität Das OK besteht aus ihr als Präsidentin und Zuständige für die Gaben für die Schwingerinnen sowie Lukas Leu, Paul Baggenstos, Urs Weber und Kilian Burri (Bau und Infrastruktur), Rafael Zysset (Festwirtschaft), Edgar Walter (Verkehr), Edith Schuler (Medien) sowie Manuela Martin (Bar) und Manuela Leu (Kasse OK). Auch mussten Sponsoren und Gabenspender gefunden werden. «Ich stiess da gleich auf offene Ohren, auch viele Nachbarn boten ihre Hilfe und/oder Gaben an. Es ist schön, so eine Solidaridät zu erleben.» So seien schon viele Gaben zusammengekommen. Die Gewinnerin wird als Lebendpreis ein Braunviehrind erhalten namens «Roca». Hochkarätig besetzt Das Schwingfest wird auf der Wiese hinter dem Wirtlenhof stattfinden. Als Tribüne konnte diejenige vom «Seetaler Schwinget» ausgeliehen werden. Jeannette Burri hofft auf einen Grossandrang von Zuschauern an der Premiere des Frauen- und Meitlischwingfests auf der Wirtlen. «Wir erwarten zwischen 600 und 1000 Festgäste. Wäre natürlich schön, wenn auch das Wetter mitmacht.» Der Eintritt ist frei, doch Kollekte seien natürlich willkommen. «Wir streben an, dass das Fest selbsttragend sein wird», so Burri. Am Schwingfest stehen die Kräftemessen zwischen den Frauen und Meitli auf den Sägemehlringen im Zentrum. Es werden voraussichtlich 140 Schwingerinnen teilnehmen am Anlass, die dann in vier Alterskategorien eingeteilt werden.
Das Fest ist hochkarätig besetzt
"Wir freuen uns darüber, dass im Teilnehmerfeld auch die stärksten Schwingerinnen des Landes zu finden sind», sagt Jeannette Burri. Dazu gehören etwa die aktuelle Schwingerkönigin Jasmin Gäumann (Wichtrach BE), ihre Vorgängerin Isabel Egli (Menzberg LU) sowie die Mitfavoritinnen Serena Anthamatten (Leukerbad VS) oder Eveline Linggi (Oberarth SZ). Aus dem Luzerner Seetal mit von der Partie sind Alena Klauser (Römerswil), die bei den Aktiven teilnehmen wird sowie natürlich Nicole (die Tochter von Jeannette Burri) und Laura Weber (Urswil), die beide bei den Juniorinnen antreten werden. «Nicole freut sich natürlich schon sehr darauf», sagt ihre Mutter erfreut. Die Schwingerinnen können Kränze und Auszeichnungen holen, ihre Resultate fliessen in die Jahreswertung ein. Um 9 Uhr beginnt das Anschwingen, und um 15.30 Uhr werden die Schlussgänge stattfinden – die Rangverkündigungen sind um 16.30 Uhr angesetzt. Ein Zeichen setzen für das Frauenschwingen Natürlich wird auch für das leibliche Wohl der Gäste und Sportlerinnen gesorgt. So wird eine Festwirtschaft und eine Bar aufgestellt, da können sich die Besucher mit währschafter Kost verpflegen; diese öffnet bereits um 7 Uhr morgens. «Es hat schon jetzt einige Tischreservationen gegeben», sagt Burri schmunzelnd. Auch musikalische Unterhaltung wird es geben, diese ist wie üblich traditioneller Art mit Schwyzerörgeli, Trychler und Jodelchörli – so besteht auch nach dem sportlichen Teil die Gelegenheit für Musik und Tanz.
Jeannette Burri zeigt sich sehr zufrieden damit, dass das Fest ausgetragen werden kann. «Es ist nicht selbstverständlich, innert kurzer Zeit so einen Grossanlass aus dem Boden zu stampfen.» Mit diesem Fest wollen die Organisatoren ein Zeichen setzen für die Förderung und die Akzeptanz des Frauenschwingsports. «Ich möchte dafür sorgen, dass so wie ich früher auch die aktuellen Schwingerinnen tolle Erfahrungen sammeln dürfen. Mit diesem Fest will ich also auch was zurückgeben», sagt Burri. «Ich will das Frauenschwingen sichtbarer machen und damit auch mehr Frauen für diesen Sport begeistern.» Wann und ob wieder ein Schwingfest auf der Wirtlen stattfinden wird, ist noch nicht klar. «Möglicherweise in vier Jahren wieder.» Denn 2028 wird im Rahmen vom Luzerner Kantonalen Schwingfest in Hochdorf auf dem Südiareal bereits wieder ein Frauenschwingfest ausgetragen.
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