«Fasnacht in volle Zög»
Wer ist die Martinifamilie?
Ich bin in Hochdorf aufgewachsen an der Kleinwangenstrasse in Hochdorf und habe tatsächlich noch nie gezügelt. Ich lebe seit der Kindheit im Eltern- bzw. Grosselternhaus und durfte dieses von meiner Mutter Trudi Baumeler-Fuchs im Jahr 2004 übernehmen. Es ist ein schöner Zufall, dass sie genau am Fasnachts-Donnerstag Geburtstag feiern dürfte. Ich habe an der Universität Zürich Rechtswissenschaften studiert und arbeite seit gut 20 Jahren bei der SBB und bin ein richtiger Bähnler geworden. Martinimutter Judith (geborene Fleischlin) ist in Ballwil aufgewachsen und dann als Teenager mit ihrer Familie nach Hochdorf an den Pilatusblick umgezogen. Sie arbeitet als Pharma-Assistentin und Schwimmlehrerin. Wir haben drei Kinder: Julian (21) ist selbständiger Unternehmer (Concrete App), Chiara (19) studiert an der Pädagogischen Hochschule und Cédric (16) absolviert die Lehre bei der Firma Rogger Landmaschinen.
Was bisher geschah
Als ich 2009 als Geselle für die Martinizunft Hochdorf angefragt wurde, war dies eine grosse Ehre und ich durfte dann auch während sieben Jahren das Amt des Zunftmeisters ausüben. Der Zunftmeister bei der Martinizunft ist (im Gegensatz zu anderen Zunftgesellschaften) der Präsident. Das Ehrenamt heisst Martinivater. Dieses jetzt in der 73-jährigen Geschichte der Martinizunft Hochdorf innehaben zu dürfen ist alles andere als gewöhnlich. Am Zunftbot im November 2025 wurde ich auf Vorschlag meines Vorgängers Stephan Boesch zum Martinivater 2026 gewählt. Gemeinsam mit meiner Familie durfte ich schon sehr viele schöne Momente und interessante Begegnungen erleben. Sei dies an der Castagnata, dem Dorfmärt in Hochdorf, den Besuchen bei den Wagenbauern und Guuggenmusigen sowie am «gigantischen» musikalischen Zunftball vom vergangenen Samstag. Ich bin noch immer geflasht, wenn ich diese Zeilen schreibe.
Fasnacht in volle Zög
Als langjähriger Mitarbeiter der SBB wollen wir eine zügige Fasnacht erleben. Daher haben wir das Motto «Fasnacht in volle Zög» gewählt. Unser Logo ist in Form eines früheren Zugbilletts gestaltet. Obwohl dies wohl nur von den Ü40-jährigen als Solches erkannt werden dürfte. Die Fasnacht startet mit dem Urknall am SchmuDo um 5 Uhr. Nach dem Rüüdigen Samschtig mit grossem Fasnachtstreiben im Dorfkern, freuen wir uns auf den Gottesdienst am Sonntag, 10.30 Uhr mit anschliessendem Guuggenmusig-Auftritt auf dem Kirchplatz. Die Martinimutter ist gespannt auf die Umsetzung des Mottos «Wasserwelten» am Kinderumzug vom Montag. Am Abend folgt der Fasnachtsball «BrauiFever» und am Dienstag, 14 Uhr der grosse Fasnachts-Umzug mit anschliessendem Monsterkonzert, bevor die Fasi um Mitternacht mit dem Zapfenstreich zu Ende geht.
Ich bin sehr stolz und geehrt, das Amt des Martinivaters innezuhaben. Mir ist es aber ebenso wichtig, dass die Martinizunft nicht als abgehoben wahrgenommen wird. Die Gespräche, Begegnungen, das Zusammensein mit allen Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern bedeuten mir sehr viel. Das gefällt mir an der Fasnacht: Es gibt keine Unterschiede. Ich bin in einem Alter, in welchem ich mich mit meinem Leben zu versöhnen versuche. Einiges hat funktioniert, anderes hat nicht funktioniert. Es ist erstaunlich und faszinierend, welche Kraft und Magie das Amt des Martinivaters mit sich bringt. Plötzlich kennen mich alle und grüssen mich alle. Allerdings wird sich dies dann im nächsten Jahr mit dem Martinipaar 2027 wieder ändern und dies ist auch gut so. Ich freue mich sehr auf die ausgelassenen Tage und auch wieder auf die Ruhe danach. Das ist für mich der Zauber der Fasnacht. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen, welche in irgendeiner Form zu diesen rüüdigen Tagen ihren Beitrag leisten. Sei es als Guugger, Wagenbauer, Standbetreiber, Umzugsteilnehmer oder ganz einfach als guete Typ. Wir freuen uns auf viele spontane Begegnungen und auf eine «Fasnacht in volle Zög».
Martinifamilie 2026
Michael, Judith, Julian, Chiara, Cédric Baumeler
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