Wenn der Bundespräsident für Eier und Speck ansteht
Werner Rolli
Der Bauernverband habe bei ihm angefragt, ob er den Bundespräsidenten am Nationalfeiertag zum Brunch empfangen könne, erzählt Armin Gassmann. Sichtlich bewegt begrüsst er am 1. August den hohen Gast, der sich volksnah gibt, selbst für Speck, Ei und Rösti ansteht und anschliessend den Hof zeigen lässt. 20 Milchkühe und 20 Mutterschweine, Hunde, Kaninchen, ein Pony und eine Freiberger Stute tummeln sich auf dem Hof.
An diesem 1.-August-Brunch, den die Familie Gassmann zum 31. Mal ausrichtet, kochen, braten, servieren 30 Freiwillige. Die ganze Woche hinweg haben sie den Hof vorbereitet. In der Nacht auf den Samstag fiel Regen, während dem Brunch bleibt es aber trocken und heiss. Bundespräsident Guy Parmelin, in Begleitung seiner Gattin Caroline und Weibelin Tiziana Gutknecht, spricht zu den Anwesenden in «einfachen Worten, auf einem schönen Luzerner Bauernhof», wie er sagt: «Es genügt, sich umzuschauen. Das Haus, der Stall, die Felder, die Maschinen, die Tiere, die versammelten Familien, das Grillieren - und schon versteht man vieles über unser Land.»
«In einer sehr instabilen Welt, in Zeiten wiederkehrender Krisen,» so Parmelin: «entdecken wir hier eine einfache Wahrheit wieder. Ein freies Land muss sich auf diejenigen verlassen können, die es ernähren.»
Nach zwei Stunden und unzähligen Selfies entschwindet der hohe Besuch in Richtung Rütli.
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