Behördenforum zu Mobilitätsthemen
Christoph Kessler, Abteilungsleiter Mobilität bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) des Kantons Luzern, informierte über die kantonale Mobilitätsplanung und verschiedene Infrastrukturprojekte, die für die Entwicklung des Seetals von Bedeutung sind. Dabei zeigte er auf, wie der Kanton das Strassennetz, den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr in den kommenden Jahren weiterentwickeln will.
Ein Schwerpunkt lag auf dem geplanten Ausbau der Kantonsstrasse K16 zwischen Baldegg und Gelfingen. Das Pro-jekt soll die Verkehrssicherheit erhöhen, die bestehende Strassenanlage erneuern und eine wichtige Lücke im regi-onalen Velonetz schliessen. Vorgesehen ist unter anderem eine neue Radverkehrsanlage, eine Verbreiterung der Fahrbahn sowie Massnahmen zum Hochwasser- und Lärmschutz. Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, die Bauzeit wird auf rund zweieinhalb Jahre geschätzt. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt hin zu einer sicheren und zeit-gemässen Verkehrsverbindung entlang des Baldeggersees.
Auch das Gesamtsystem Bypass Luzern war Thema des Behördenforums. Das überregionale Grossprojekt hat di-rekte Auswirkungen auf das Seetal. Insbesondere die Entlastung der Autobahnen A2 und A14 sowie die Verbesserung des Verkehrsflusses im Raum Emmen und Rotsee sollen dazu beitragen, den Ausweichverkehr durch die Seetaler Gemeinden zu reduzieren. Davon profitieren insbesondere Inwil, Eschenbach, Ballwil und Hochdorf. Gleichzeitig sind während der langen Bauphase sorgfältig abgestimmte Massnahmen notwendig, um das regionale Strassennetz vor zusätzlichem Verkehr zu schützen und die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs sicherzustellen.
Kessler ging zudem auf die Weiterentwicklung des kantonalen Velowegnetzes ein. Die Planung sicherer und durch-gehender Veloverbindungen stellt den Kanton und Gemeinden vor gemeinsame Aufgaben, insbesondere bei der Finanzierung und der Zuständigkeit für die Umsetzung.
Selbstfahrende Fahrzeuge als Mobilitätsform der Zukunft
Einen Blick auf die Mobilität von morgen ermöglichte Matthias Rödter, Präsident des Swiss Transit Lab. Er stellte das Pilotprojekt «iamo – intelligente automatisierte Mobilität» im Zürcher Furttal vor.
Seit September 2026 können Fahrgäste in den Gemeinden Otelfingen, Dänikon, Boppelsen und Hüttikon selbstfahrende Elektrofahrzeuge über eine App buchen. Drei Fahrzeuge bedienen knapp 100 vordefinierte Haltepunkte. Noch befindet sich eine Sicherheitsperson an Bord, die bei Bedarf eingreifen kann. In einer späteren Projektphase sollen auch automatisierte Kleinbusse ohne Sicherheitsperson im Fahrzeug zum Einsatz kommen.
Das Projekt wird vom Swiss Transit Lab gemeinsam mit den Kantonen Zürich und Aargau sowie den SBB getragen. Es soll aufzeigen, wie automatisierte Fahrzeuge den bestehenden öffentlichen Verkehr sinnvoll ergänzen können – insbesondere in ländlichen und weniger dicht besiedelten Gebieten sowie auf der sogenannten ersten und letzten Meile zwischen Wohnort und öffentlichem Verkehr.
Für das Seetal eröffnet dieser Ansatz interessante Perspektiven. Gerade in einer ländlich geprägten Region mit weitläufigen Siedlungsstrukturen und unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen könnten flexible, bedarfsgerechte Angebote künftig eine Ergänzung zu Bahn und Bus darstellen. Das Projekt im Furttal liefert dafür erste praktische Erfahrungen und zeigt gleichzeitig, welche technischen, betrieblichen und gesellschaftlichen Fragen noch zu klären sind.
Austausch zwischen Gemeinden und Politik
Auch Ständerat Damian Müller richtete einige Worte an die anwesenden Behördenmitglieder und ergänzte das Programm mit einem kurzen Input zum Durchgangsbahnhof Luzern, der auf gutem Weg sei. Neben den Fachreferaten blieb genügend Raum für Fragen, Diskussionen und persönliche Gespräche. Das Behördenforum der IDEE SEETAL ist eine etablierte Plattform, um gemeindeübergreifende Themen aufzugreifen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und die Zusammenarbeit innerhalb der Region zu stärken. pd
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