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Seetal | Inwil

Das Geothermie-Projekt pausiert

Die Energieversorgerin CKW führt Abklärungen für den Bau eines Geothermie-Kraftwerkes durch. Anfang 2025 hat CKW mit grossflächigen passiven seismischen Messungen den Untergrund erkundet. Die nun ausgewerteten Daten zeigen kein klares Ergebnis, wie das Unternehmen heute in einer Meldung mitteilt. CKW beurteilt das Gebiet nach wie vor als geeignet.

Im Januar 2025 führte CKW, eine Tochtergesellschaft der Axpo-Gruppe, eine grossflächige, passive seismische Untersuchung des Untergrunds durch. Dazu hatte ein Team der Firma Invert Sàrl im Auftrag der CKW in der Zentralschweiz 300 Messgeräte manuell vergraben. Als Supervisor verantwortete Geophysiker Matteo Lupi die Untersuchung (der Seetaler Bote berichtete). Ziel der Messung war es, Schwingungen aus Erschütterungen aufzuzeichnen und den Untergrund besser kennenzulernen. So sollte das Zielgebiet für eine erfolgversprechende hydrothermale Tiefenbohrung eingegrenzt werden.

Kein klares Resultat für weiteres Vorgehen
Die analysierten Daten zeigen jedoch kein eindeutiges Resultat. Die gewünschte flächenmässige Eingrenzung zur genaueren Bestimmung geothermischer Bohrzielbereiche im Untergrund konnte damit nicht erreicht werden. 

In einem nächsten Schritt wäre deshalb eine weitere kostenintensive Untergrunduntersuchung notwendig. Deswegen hat CKW entschieden, das Projekt in Inwil zu pausieren. Es ist offen, wie lange diese Phase dauern wird. «Wir beobachten in den nächsten Jahren den weiteren Verlauf anderer Geothermie-Projekte in der Schweiz und im Ausland die mit alternativen Technologien arbeiten. Davon versprechen wir uns Erkenntnisse, die wir auch am Standort Inwil anwenden könnten», erklärt der Projektleiter Philipp Leppert.

Alternative Geothermie-Technologien könnten sich besser eignen
Eine mögliche Alternative zu einem hydrothermalen Geothermie-Kraftwerk wäre die sogenannte EGS-Technologie (Enhanced Geothermal Systems). Diese Technologie nutzt die in der Tiefe vorhandene Erdwärme, ohne eine bestimmte wasserführende geologische Struktur finden zu müssen. Das laufende Projekt der Geo-Energie-Suisse AG arbeitet bisher erfolgreich mit dieser Technologie. Auch international sind grosse Fortschritte in der EGS-Technologie erkennbar.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der sogenannten CLGS-Technologie (Closed Loop Geothermal Systems). Dabei handelt es sich um ein geschlossenes, geothermisches System. Es findet kein Austausch von Tiefenwasser statt, sondern wie bei einem Heizsystem wird zugeführtes Wasser in einem geschlossenen Kreislauf in der Tiefe aufgeheizt, anschliessend an die Oberfläche gefördert und dort die Wärme entzogen. Das abgekühlte Wasser wird dann wieder in die Tiefe zurückgeleitet, wo es erneut erwärmt wird. Ein solches Projekt ist in der Gemeinde Geretsried in der Nähe von München in der Umsetzung.

CKW beurteilt das Gebiet in Inwil nach wie vor als geeignet, will jedoch vor weiteren Untersuchungen den Fortschritt alternativer Geothermie-Technologien abwarten. (pd)


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