Spagat der Dialekte am Mundarttag

Der 18. Schweizer Mundarttag am Sonntag auf Schloss Heidegg war ein Publikumsmagnet. Einmal mehr konnte man sich von der Vielfalt der Dialekte überzeugen. Flurin Caviezel und Walter Arnold gaben dem Mundarttag eine gesamtschweizerische Perspektive.

Flurin Caviezel (Chur) begleitete sich selber am Accordina. Foto: Waltraud Hörsch

Josef Egli machte in seinem ruhigen Vortrag deutlich, dass der heute unbekannte Autor Josef Roos aus Gisikon mit scharfer Beobachtungsgabe und einer gehörigen Portion Humor zu Werke ging.

Der romanische Autor und Musiker Flurin Caviezel packte das Publikum mit träfen und bildstarken Geschichten. In "Lucerna, nossa cità" wirft er einen Blick auf die Situation des Romanischen – und machte flugs ausfindig, wieviele Rätoromanen im Heidegger Festsaal sassen.

Mit unermüdlicher Leidenschaft für die Muttersprache und einer unbändigen Lust an den Schwierigkeiten des Übersetzens hat Walter Arnold aus dem Livinental in 14-jähriger Arbeit das finnische Nationalepos "Kalevala" mit seinen 2000 Jahre alten Mythen in den Dialekt von Airolo übertragen. Durch die monumentale 700-seitige Übersetzung setzte Arnold seiner Muttersprache ein Denkmal. Er trug den Text im Original und in der Übertragung teils singend vor, da dies der Überlieferung entspreche.

Pedro Raas aus Luzern präsentierte zum Schluss eine Liste schwer zu übersetzender Mundartwörter und überraschte in bekannter Sprache mit Gedichten, die alles Überflüssige ausklammern und nachdenklich stimmen.

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