Skip to main content Skip to page footer
Seetal | Hochdorf

Die Jugend und das nachhaltige Einkaufen

Nachhaltiger Kleiderkonsum war das Thema eines Projektes an der Schule Hochdorf. Bei einer Umfrage zeigten sich die differenzierten Meinungen von Jugendlichen. 

von Helena Rohrer und Silvana Ghebru

Mode gehört für viele Jugendliche zum Alltag. Es gibt ständig neue Trends. Kleidung ist billig und man bekommt sie leicht. Besonders Fast Fashion ist sehr beliebt, da man schnell neue Outfits kaufen kann. Doch diese Art von Mode hat negative Auswirkungen auf die Umwelt. Für den Projektunterricht beschäftigten sich die Autorinnen deshalb mit dem Thema nachhaltiger Kleiderkonsum. PU (Projektunterricht) ist ein Fach, welches man in der dritten Sekundarstufe hat, bei der Schülerinnen und Schüler selbständig oder in Gruppen an einem bestimmten Thema arbeiten. Sie planen ihr Projekt und setzen ihre Ideen praktisch um. Um herauszufinden, wie Jugendliche über nachhaltigen Kleiderkonsum denken, wurde eine Umfrage durchgeführt, an der rund 175 Jugendliche der Schule teilgenommen haben. Ziel war es, verschiedene Meinungen zu sammeln und zu sehen, inwiefern sich Wissen und tatsächliches Kaufverhalten unterscheiden. 

Der Preis ist ein Argument

Das Ziel war es, verschiedene Meinungen zu sammeln und zu sehen, was Jugendliche über ihr eigenes Verhalten denken. Die Ergebnisse zeigen, dass sich viele Jugendliche grundsätzlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben und wissen, dass ihr Konsum Auswirkungen auf die Umwelt hat. Einige der Befragten gaben jedoch an, sich nicht für diese Thematik zu interessieren. Viele haben schon von nachhaltigem Einkaufen gehört und kennen Begriffe wie Secondhand oder bewusstes Einkaufen. Trotzdem kaufen viele Jugendliche ihre Kleidung nach wie vor in Geschäften, die Fast Fashion anbieten. Ein häufig genannter Grund dafür sind die tiefen Preise von Fast-Fashion-Produkten. Für viele Jugendliche ist es wichtig, dass Kleidung günstig ist. Trotzdem gaben die Hälfte der Befragten an, dass sie für ein nachhaltig produziertes T-Shirt rund zehn Franken mehr zahlen würden als für ein Fast-Fashion-T-Shirt, zum Beispiel von Zara. Dies überraschte die Autorinnen, da sie angenommen hatten, dass die Jugendlichen bereit wären, mehr für ein nachhaltig produziertes T-Shirt zu zahlen. Besonders für Jugendliche mit wenig Taschengeld spielt der Preis eine grosse Rolle. Die Umfrage zeigt auch, dass es viele Jugendliche gibt, die wissen, wo sie nachhaltige Alternativen für Fast-Fa­shion-Kleidung finden. Obwohl ihnen diese Optionen bekannt sind, kaufen sie trotzdem Fast-Fashion-Produkte. Es wird vermutet, dass dies an den Preis­unter­schieden liegen könnte. 

Gedanken zur Zukunft

«Ich finde es wichtig, so zu leben, dass unsere Kinder später auch die Chance haben, die Welt so zu erleben wie wir.» Dies ist ein Zitat einer Jugendlichen aus der Sekundarschule Hochdorf. Solche und ähnliche Aussagen machten verschiedene Jugendliche. Sie zeigen, dass ein Grossteil der Befragten weiss, welchen Einfluss ihr Kaufverhalten auf die Zukunft unseres Planeten hat. Spannend war im Weiteren, dass 70 Prozent der Befragten angaben, dass sie denken, sie können mit ihrem Konsumverhalten die Zukunft mitgestalten. Gleichzeitig gaben jedoch 57 Prozent der Teilnehmenden an, sie wüssten nicht, was sie an ihrem Verhalten ändern könnten, oder sie wollten nichts ändern. Daraus wird geschlossen, dass es den Jugendlichen an Aufklärung fehlt. 

Bereitschaft, 
weniger Kleider zu kaufen

Auch die Frage, ob Jugendliche bereit wären, weniger Kleidung zu kaufen, ist interessant. Hier zeigte sich ein geteiltes Bild: 48 Prozent der Jugendlichen wären im Sinne der Nachhaltigkeit bereit, weniger Kleidung zu kaufen. Das zeigt, dass zwar fast die Hälfte der Jugendlichen offen für Veränderungen ist, sich viele aber noch nicht vorstellen können, ihr Kaufverhalten einzuschränken. Als Gründe wurden unter anderem Gewohnheit, Trends und der Wunsch nach Abwechslung in der Bekleidung genannt. Aus den Ergebnissen der ganzen Umfrage wird geschlossen, dass die Mehrheit der Jugendlichen bereits viel Wissen über nachhaltigen Kleiderkonsum hat, jedoch nicht weiss, wie das eigene Verhalten verbessert werden kann. Deshalb wurden Tipps zusammengestellt, um mögliche Verbesserungen aufzuzeigen. 


Kommentieren & mitreden

Sie wollen diesen Artikel kommentieren? Kommentieren Sie sachlich, respektvoll. Wir freuen uns.

Hier registrieren und vollen Zugang erhalten

Sie haben bereits ein Konto ?

Zur Anmeldung

Das könnte dich auch interessieren