Gemeinsam in Bewegung
Gemeinsam mit den beiden Inklusionscoaches Franziska Mohr und Romy Tschopp von PluSport wurde Inklusion nicht nur theoretisch besprochen, sondern auch ganz praktisch erlebt. Am vergangenen Samstag lud der STV Hitzkirch seine Leiterinnen und Leiter aus allen Altersbereichen, vom Eltern-Kind-Turnen bis zu den älteren Turnenden, zum diesjährigen Leiteranlass in die Lindenberg Halle in Hitzkirch ein. Im Zentrum stand das Thema «Inklusion im Sportverein».
Ziel des Tages war es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen zu stärken und Möglichkeiten kennenzulernen, wie Sportangebote möglichst für alle zugänglich gestaltet werden können. Der Vormittag begann mit einem theoretischen Teil. Die beiden Inklusionscoaches Franziska Mohr und Romy Tschopp vermittelten den Teilnehmenden wichtige Grundlagen zur Inklusion im Sport und zeigten auf, worauf es bei einem inklusiven Trainingsangebot ankommt.
Wertvolle Inputs
Besonders wertvoll waren dabei die persönlichen Erfahrungen von Romy Tschopp. Als direkt betroffene Para-Snowboarderin, die bereits bei den Paralympischen Spielen und im Weltcup am Start war, konnte sie den Teilnehmenden einen persönlichen Einblick in den Para-Sport geben. Ihre Erfahrungen machten deutlich, wie wichtig Offenheit, Verständnis und individuelle Lösungen sind, damit Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam Sport treiben können. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es vom Theoretischen in die Praxis. In der Halle warteten zahlreiche Posten, an denen die Leiterinnen und Leiter verschiedene Hilfsmittel und Bewegungssituationen kennenlernen und selbst ausprobieren konnten. Sie setzten sich in einen Rollstuhl, bewegten sich mit eingeschränkter Sicht oder lernten den Umgang mit einer Prothese kennen.
An den verschiedenen Stationen wurden Übungen ausprobiert und Möglichkeiten gesucht, diese an unterschiedliche Voraussetzungen anzupassen. Besonders lehrreich war es, die eigenen Bewegungsabläufe aus einer anderen Perspektive zu erleben. Was im Trainingsalltag selbstverständlich erscheint, kann unter veränderten körperlichen Voraussetzungen plötzlich eine Herausforderung sein. Gleichzeitig zeigte sich, mit welchen Anpassungen und Hilfsmitteln Bewegungsangebote trotzdem möglich werden. Die Teilnehmenden konnten selbst Erfahrungen sammeln, gemeinsam Lösungen entwickeln und Ideen für ihre eigenen Trainings mitnehmen.
Erfahrungen praktisch umgesetzt
Zum Abschluss standen verschiedene Spielformen auf dem Programm, bei denen die gewonnenen Erkenntnisse nochmals praktisch angewendet werden konnten. Dabei kam auch der gemeinsame Spass nicht zu kurz. Der abwechslungsreiche Mix aus Theorie, persönlichem Erfahrungsaustausch und aktivem Ausprobieren machte den Leiteranlass zu einem rundum gelungenen und lehrreichen Tag. Der Anlass zeigte eindrücklich, dass Inklusion im Sportverein nicht bedeutet, für alle dieselben Voraussetzungen zu schaffen, sondern gemeinsam Wege zu finden, damit möglichst alle mitmachen können. Oft sind es bereits kleine Anpassungen, die darüber entscheiden, ob jemand an einer Übung oder einem Spiel teilnehmen kann.
Mit den vielen neuen Eindrücken und Ideen sind die Leiterinnen und Leiter des STV Hitzkirch nun dafür sensibilisiert, ihre Trainings noch offener und zugänglicher zu gestalten. (Michelle Furrer)
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