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Seetal

Zusatzkredit für Anschluss der ARA Oberseetal an REAL

Die Stimmberechtigten von Ballwil, Eschenbach, Inwil und Rain haben 2021 dem Anschluss der ARA Oberseetal an die ARA Buholz des Gemeindeverbands REAL in Emmen zugestimmt. Nun entscheiden sie über Zusatzkredite von insgesamt rund 5,35 Millionen Franken. Diese sind nötig, weil das Bauprojekt deutlich teurer wird als ursprünglich erwartet. Eine Inbetriebnahme im 2028 wird angestrebt. 

Der Gemeindeverband ARA Oberseetal reinigt das Abwasser der Verbandsgemeinden Ballwil, Eschenbach, Inwil und Rain. Die eigene Anlage in Inwil ist seit 1987 in Betrieb. Sie ist veraltet, stark ausgelastet und verfügt über keine Kapazitätsreserven mehr. Eine 2017 erarbeitete Studie zeigte, dass der Anschluss an die grössere und modernere ARA Buholz des Gemeindeverbands REAL in Emmen langfristig wirtschaftlicher ist und den Gewässerschutz verbessert. 

 

Baustart wurde wegen höherer Kosten gestoppt

Die Stimmberechtigten der vier Verbandsgemeinden haben im September 2021 sowohl dem Beitritt zum Gemeindeverband REAL im Bereich Abwasser als auch dem Sonderkredit für das Bauprojekt zugestimmt. Die Zustimmung lag je nach Gemeinde zwischen 85 und 91 Prozent. Das Projekt umfasst den Bau einer rund 4,1 Kilometer langen Druckleitung, ein Pumpwerk in Inwil sowie die Stilllegung der bestehenden Anlage. Der ursprünglich geplante Baustart wurde 2023 verschoben, weil die eingereichten Angebote für die Baumeisterarbeiten über dem bewilligten Sonderkredit lagen. Hauptgründe sind anspruchsvolle Baugrundverhältnisse, aufwändige Bauverfahren, zusätzliche Anforderungen und die Teuerung seit der Abstimmung 2021. 

 

Projekt wurde überprüft und optimiert

Der Gemeindeverband ARA Oberseetal liess das Projekt daraufhin von externen Fachleuten überprüfen. Trotz verschiedener Optimierungen bleiben Mehrkosten bestehen. Eine parallel aktualisierte Studie zum Ausbau und Weiterbetrieb der ARA Inwil bestätigt jedoch, dass diese Variante deutlich höhere Investitionen und Betriebskosten verursachen würde. «Wir sind überzeugt, dass der Anschluss an REAL langfristig die nachhaltigste Lösung für das Oberseetal ist», sagt Verbandspräsident Oskar Berli. «Die aktualisierten Grundlagen bestätigen, dass die Anschlussleitung an die ARA Buholz trotz der Mehrkosten die wirtschaftlich und betrieblich sinnvollere Lösung ist.»

 

Zusatzkredit von rund 5,35 Millionen Franken

Für das optimierte Bauprojekt wird heute mit Baukosten von insgesamt rund 15,4 Millionen Franken (exkl. MwSt.) gerechnet. Im Jahr 2021 war der Gemeindeverband noch von Baukosten von rund 10,69 Millionen Franken ausgegangen. Auf den Gemeindeverband ARA Oberseetal entfallen gemäss Kostenteiler rund 14,37 Millionen Franken. Auf die Gemeinde Emmen entfallen rund 1,03 Millionen Franken. Der Zusatzkredit umfasst die Zusatzkosten für das optimierte Bauprojekt sowie zusätzliche Rückstellungen für Verbandskanalisationen und Sonderbauwerke. Diese Rückstellungen müssen an REAL übertragen werden, weil REAL künftig für Unterhalt und Sanierung der übernommenen Anlagen zuständig ist. Insgesamt ergeben sich zusätzliche Bruttokosten von rund 5,35 Millionen Franken. Sie verteilen sich wie folgt auf die vier Verbandsgemeinden: Ballwil mit 1,16 Mio Franken, Eschenbach 1,74 Mio., Inwil 1,09 Mio. und Rain 1,36 Mio. Franken.

 

Die Beiträge werden über die Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung finanziert. Diese wird über Gebühren gespiesen. Es handelt sich somit nicht um allgemeine Steuergelder. Die Investitionen können zum grössten Teil aus Rückstellungen finanziert werden, welche die Gemeinden für künftige Anlagensanierungen angespart haben.

 

Inbetriebnahme im Herbst 2028 geplant

Die Urnenabstimmung findet in allen Gemeinden am 27. September 2026 statt. Wenn alle vier Verbandsgemeinden dem Zusatzkredit zustimmen, kann der Leitungsbau voraussichtlich im November 2026 starten. Der Bau des Pumpwerks soll im März 2027 beginnen. Die Inbetriebnahme der neuen Anschlussleitung ist für September 2028 geplant. Bei einer Ablehnung kann das Projekt nicht wie geplant umgesetzt werden. In diesem Fall müssten alternative Umsetzungsmöglichkeiten geprüft und neue Kostenabklärungen vorgenommen werden. Dies würde zu einer weiteren Verzögerung führen. (pd)

 


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